Wochenimpuls

Liebe Schwestern und Brüder,

Foto: Peter Weidemann in: Pfarrbriefservice
Vieles in unserem Leben ist alltäglich. Wir machen Dinge, von denen wir nachher gar nicht wirklich wissen, wie wir sie erledigt haben oder was wir überhaupt getan haben. Anderes machen wir eben, weil es dazu gehört, weil man es eben macht. Wirklich Anteil nehmen wir in solchen Momenten nicht, unser Herz und Verstand sind ganz woanders. Auch in unser Glaubensleben schleichen sich solche Momente - davon bin ich überzeugt und kenne es von mir selber - immer wieder ein. Da wird ein Gebet gebetet, ohne dass ich wirklich andächtig bin, dort gehe ich zur Messe, weil ich es eben so gewohnt bin, ohne dass ich ganz dabei bin. Oder ich bin in der Messe, ohne wirklich mitzufeiern was dort geschieht - vielleicht auch, weil ich gar nicht weiß, was dort geschieht und wie tief und großartig dieser Moment eigentlich gerade sein könnte.

Ein Beispiel ist für mich die Gabenbereitung: Dieser Moment hat oft den Charakter eines Wechsels. Der Wortgottesdienst ist nun mit den Fürbitten endgültig beendet und man kommt so langsam zur Eucharistiefeier. Der Priester wechselt den Ort, geht zum Altar, aber ist doch irgendwie noch nicht wirklich angekommen, da er diesen ja zunächst bereiten muss. Die Gemeinde setzt sich und die Messdiener bringen die Gaben zum Altar. Unterstützt wird dies noch durch die Kollekte. Es wirkt wie ein Szenenwechsel. Aber ist das wirklich schon alles? Wird nur etwas vorbereitet, was dann eben auch ohne meine größere Aufmerksamkeit geschehen kann?

Brot und Wein werden zum Altar gebracht um Leib und Blut Jesu Christi zu werden. Die Gaben der Menschen, ja das Ergebnis menschlicher Arbeit und Mühsal, wird dar-gebracht und dann wenige Augenblicke später verwandelt. Und so sollte dies nicht nur ein bloß äußerlicher Akt des Bereitens und Herbeibringens sein, sondern es sollte ein Bild des Selbstopfers der Gläubigen sein. Wir selber sind eingeladen, unsere Anliegen, das heißt unseren Lob und Dank, unsere Sorgen und Bitten, in diesem Moment mit zum Altar zu bringen. Und so wie Brot und Wein gewandelt werden, so sollen auch wir uns Gott anvertrauen und bereit sein, uns verwandeln zu lassen. Selber immer mehr zu dem zu werden, was wir empfangen, nämlich zum Leib Christi! Dies kann aber doch nur geschehen, wenn ich mich, im Bild gesprochen, auch wirklich selber auf den Altar lege, eben so wie ich bin, mit dem was mich beschäftigt! Feiern wir so die heilige Messe, ja vollziehen wir so die Gabenbereitung mit! Legen wir unsere Anliegen, unsere Gaben, ja uns (!) bei der Gabenbereitung mit in die Hostienschale hinein und bringen sie Gott dar! Vertrauen wir auf die verwandelnde Kraft des Opfers Jesu Christi, damit wir gestärkt in seiner Nachfolge leben können.

Benedikt Kickum, Vikar