Wochenimpuls

Wie geduldig sind Sie?

Foto: Wunibald Woerle In: Pfarrbriefservice
Ich gehöre zu den Menschen, die gerne alles zügig erledigt haben und das auch von anderen erwarten. Obwohl ich glaube, dass ich früher noch ungeduldiger war und mein Garten mich gelehrt hat, dass einige Pflänzchen manchmal etwas länger brauchen, bis sie zu meiner Freude blühen.

Deshalb ist mir das Evangelium des heutigen Sonntags eigentlich sehr sympathisch, denn es handelt vom Gärtnern. Jesus erzählt das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum. Der Weinbergbesitzer will den Baum umhauen lassen, weil er keine Früchte bringt. Der Gärtner möchte den Baum hegen und pflegen und bittet, ihm noch ein Jahr zu schenken. In diesem Beispiel ist Gott der Gärtner und der Feigenbaum steht für das Volk Israel. Gott kümmert sich um sein Volk Israel, gerade auch dann, wenn es dabei ist, glaubensmäßig zu vertrocknen. Gott hat Geduld mit seinem Volk, weil er möchte, dass es im Glauben wächst, dass es Frucht bringt und trennt sich nicht von ihm, wenn es ihm nicht gehorcht.

Das ermutigt mich, mich selbst zu fragen: Wie sieht es gerade in meinem Leben, mit meinem Glauben aus? Was ist wie ausgetrocknet? Was ist abgestorben? Was möchte ich beleben? Gibt es in meinem Leben auch einen Gärtner, der mir hilft?

Vielleicht merke ich, dass ich Beziehungen wieder beleben möchte oder ich mich stärker um etwas kümmern möchte, als ich das bisher getan habe.

Das heutige Evangelium macht mir Mut, in Ruhe auf meine Schwächen zu schauen und gleichzeitig zu überlegen, wo ich liebevoll etwas ändern kann, wo ich noch an mir arbeiten muss.

Dazu brauche ich Geduld im Umgang mit mir selbst, aber auch mit den anderen.

Gott hat diese Geduld mit uns!

Übrigens, nachdem wir es am letzten Wochenende endlich geschafft haben noch Berge von Eichenlaub aus unserem Vorgarten zu entfernen, habe ich sie entdeckt: die ersten Frühjahrsblüher: Winterlinge! Vor Jahren gesetzt waren sie nie zu dem versprochenen Blütenteppich gewachsen. Jetzt erfreuen sie mich in ihrer gelben Pracht. Dabei hatte ich sie schon fast aufgegeben!

Ihre

Susanne Hardes, Gemeindereferentin