Wochenimpuls

Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

Foto: Peter Weidemann In: pfarrbriefservice.de


Vielleicht denken Sie ja als Leserin und Leser, wen interessiert das schon? Doch zunächst ist es gar nicht so wichtig, ob es die anderen interessiert. Es ist vor allem eine ganz persönliche Frage, der eine ebenso persönliche Antwort folgen müsste. Ehrlich, haben wir uns schon einmal ernsthaft gefragt, wer Jesus für uns ist, was er für unser Leben bedeutet?
Bedeutet er überhaupt etwas für mich?
Natürlich kennen viele aus ihrer religiösen Erziehung im Elternhaus, in der Schule, aus der Katechese oder aus dem Gottesdienst unzählige Namen und Begriffe, die wir immer wieder verwenden, wenn wir von Gott sprechen oder zu ihm beten. Da gibt es Worte wie: Christus, eingeborener Sohn / empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria / ist für uns gestorben und begraben / nach seiner Auferstehung zur Rechten Gottes sitzend, richtet er die Lebenden und die Toten usw. Fast unzählbar sind die Namen und Begriffe für Jesus in unserem kirchlichen Sprachgebrauch.
Aber wie erklären wir den Glauben außerhalb der kirchlichen Sprache und Praxis? Wie bekennen wir ihn persönlich jemandem, dem unser Glaube fremd ist? Wie würden wir ein persönliches Glaubensbekenntnis ablegen? Die Frage ist schwierig, finde ich. Und sie ist wohl immer eine Momentaufnahme, weil sich die Antwort im Laufe des Lebens und durch die gemachten Lebenserfahrungen ändern kann.
Mir persönlich ist das Bekenntnis wichtig: Jesus ist der Freund des Lebens. Das ist für mich unfassbar positiv. Er liebt mich und mein Leben. Und damit darf ich mein Leben lieben. „Ja“ zum Leben sagen, „Ja“ zur Lebensfreude.
Das Leben darf Freude machen, nicht erst nach dem Tod, sondern auch jetzt hier bei uns in unserer Gemeinde, als Schwestern und als Brüder.
Das Bekenntnis zu Jesus als dem Freund des Lebens gibt mir Kraft, immer wieder auf Entdeckungsreise nach den Dingen zu gehen, die das Leben lebenswert machen - und nicht beim Negativen stehen zu bleiben.
Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Überlegen Sie doch mal selbst, wie Ihr persönliches Glaubensbekenntnis aussehen könnte!

Ihnen wünsche ich einen schönen Sonntag und eine gesegnete Woche

Ihr
Herbert Rautenstrauch, Diakon