Wochenimpuls

Auferstehung?

Foto: Martin Manigatterer In: Pfarrbriefservice
Jenseits? Glaubensmitte? Widerspricht allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen? –
Was verbinden Sie mit Auferstehung?

In den letzten Tagen habe ich einige wenige Menschen das direkt gefragt. Immer wieder auftauchende Stichworte waren: Trost, Hoffnung, Ermutigung, Wiedersehen.

Und bei allen war zu spüren: Das ist nicht etwas, was erst nach meinem Tod von Bedeutung sein wird. Das verändert mein Leben hier und jetzt.

Wenn man die St. Johannes-Kirche durch das Hauptportal Richtung Marktplatz verlässt, kann man über der Tür lesen „PORTA COELI“ – Himmelspforte. Beim Rausgehen, nicht beim Reinkommen. Ist der Himmel denn nicht eher im Innern der Kirche zu vermuten? Hier, wo unzählige Gebete gesprochen werden, wo man aus der Bibel liest, wo Jesus sich in Brot und Wein an uns verschenkt und wo Unmengen von angezündeten Kerzen von den Hoffnungen und Sorgen, von der Freude und Dankbarkeit so vieler Menschen erzählen? Hier im „Gotteshaus“?

Nein, gestärkt mit dem, was wir in der Kirche empfangen und erlebt haben, soll draußen „Himmel“ werden. Denn mit „Himmel“ ist ja „Gottes Reich“, der Bereich seines Wirkens, seiner Herrschaft gemeint. Und auch wenn sehr offensichtlich so vieles dagegen spricht: Hier, mitten in der Welt, wirkt Gott. Ereignet sich Auferstehung. Jeden Tag.
Auch, wenn sie nicht mit wissenschaftlichen Methoden nachweisbar ist, ist sie sehr real.

Denn immer da, wo sich Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit dem leidenden Jesus verbunden fühlen, und aus dem Glauben, dass er Leid und Tod überwunden hat, neue Hoffnung schöpfen und den Mut zum Weitergehen finden, geschieht Auferstehung.

Überall dort, wo Menschen einander lieben und aus dieser Liebe heraus alles tun, was den anderen in seinem Leben, seiner Entwicklung, seiner Selbstständigkeit fördert, geschieht Auferstehung.

Wo Menschen sich füreinander einsetzen, für Gerechtigkeit, Frieden, Versöhnung, geschieht Auferstehung.
Hier und jetzt. Und einmal für immer: Keine Trauer, keine Not, keine Klage, kein Tod.

Denn Gott will, dass wir leben! Wenn wir schon nicht wollen, dass ein von uns geliebter Mensch im Tod bleibt – wie  könnten wir das von Gott glauben, dessen Liebe zu uns so unfassbar groß ist, dass Jesus mit seinem Leben bis ans Kreuz dafür einstand?

Und dieses Leben, ewiges Leben, beginnt nicht erst nach dem Tod.
Da sind wir hier und heute schon mitten drin.
Gott sei Dank! Halleluja!

Mit frohen Ostergrüßen auch von all meinen Kolleginnen und Kollegen

Ihre
Claudia Fischer, Gemeindereferentin