Wochenimpuls

Warum lobt Jesus diesen unehrlichen Mann?

Foto: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice
Eines muss man sagen: Dieser Verwalter ist sehr klug. Seine Klugheit zeigt sich in drei Schritten.
Der erste: Er hat seine Situation erkannt und bekennt: „Ich habe meinen Herrn betrogen. Darum wird mir die Verwaltung entzogen". Seine Klugheit zeigt sich in der Erkenntnis.
Der zweite Schritt: Er entscheidet zu handeln. Er fragt: „Wenn ich meine Arbeit verliere, was soll ich dann machen? Schwere Arbeit, dazu tauge ich nicht. Betteln, dazu schäme ich mich". Dann sagt er: „Ich muss mir Freunde gewinnen, die mich aufnehmen". Ja, er zieht praktische Konsequenzen aus seiner schlimmen Situation.
Der dritte Schritt schließlich: Er denkt nicht nur darüber nach, sondern er setzt seine Gedanken auch sofort in die Tat um. Er weiß ganz genau: Wenn ich nicht sofort handle, kann es morgen schon zu spät sein. Er ruft also die einzelnen Schuldner zusammen und fragt: „Was bist du meinem Herrn schuldig?" „Hundert Sack Weizen!" „Schreib achtzig!" usw. Gute Gedanken in die Tat umzusetzen ist klug.

Nun ist es klar, warum Jesus diesen unehrlichen Verwalter lobt (schließlich lobt er ja nicht die Unehrlichkeit, sondern die Klugheit). Er will uns mit dieser Geschichte sagen: „Wenn ihr, die Kinder des Lichtes, im Hinblick auf eure ewige Zukunft genauso klug handelt, dann lobt Gott auch euch."
Gehen wir die drei Schritte noch einmal durch. Der Verwalter erkennt: Ich muss Rechenschaft ablegen, danach wird mir die Verwaltung sicher entzogen. Ja, jeder von uns muss einmal vor Gott Rechenschaft ablegen. Es steht eindeutig in der Bibel.
Der zweite Punkt: Der Verwalter zieht sofort seine Konsequenzen und sagt: „Ich muss mir Freunde gewinnen". Liebe Gemeinde! Wie der Verwalter, müssen auch wir aus unserer Situation die richtigen Konsequenzen ziehen und Jesus als unseren Freund gewinnen. Gott ist der einzige „Besitzer", wir alle sind nur „Verwalter". Gott hat uns viele kostbare Gaben anvertraut, für die wir Verantwortung tragen. Wir sollen uns mit unseren Fähigkeiten Freunde gewinnen.
Der dritte Punkt: Der Verwalter im Evangelium handelt sofort. Ja, es lohnt sich nicht, lange darüber zu diskutieren, was wäre, wenn... Wenn deine Situation nicht in Ordnung ist, dann handle heute. Vielleicht denken einige von uns jetzt: „Das eilt nicht. Später kann ich in einer Beichte immer noch meine Sünden bekennen und meine Sachen in Ordnung bringen."

Aber, liebe Gemeinde, wir wissen nicht, wann wir Rechenschaft ablegen müssen. Ob wir später die Gelegenheit zur Veränderung noch haben? Darum lernen wir von diesem Verwalter: Erkennen wir klar unsere Situation, ziehen wir praktische Konsequenzen daraus und schieben wir nichts auf die lange Bank.

Joby Kallarakkal, Pastor