Wochenimpuls

Gastfreundschaft

Foto: Elfriede Klauer In: Pfarrbriefservice Wer Gastfreundschaft erfährt, kann diese sicher auf der Habenseite seines Lebens verbuchen. Ich erinnere mich z.B. dankbar an die Gastfreundschaft, die ich, während der Weltjugendtage 1997 in Paris, durch eine Familie in Versailles erfahren habe. Daraus ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute besteht.
Ähnliches berichten die Teilnehmer der Weltjugendtage im Januar in Costa Rica und Panama. Es bleibt eine prägende Erfahrung, wenn die Gastfamilien uns in Wort und Tat sehr herzlich aufgenommen haben.
Ausgedrückt wurde dies mit folgenden Worten, die die jugendlichen Teilnehmer bis heute gerne bezeugen (vgl. den Artikel über die Weltjugendtage in der jüngst erschienenen Gemeindezeitung ‚Septett‘): „Unser Zuhause ist dein Zuhause."

In den Bibeltexten des heutigen Sonntags ist von der Gastfreundschaft die Rede, die Menschen keinem Geringeren als Gott selbst gewähren. Gott ist zu Gast bei Abraham. In dieser geheimnisvollen Begegnung wird die orientalische Gastfreundschaft vorstellbar.
Ich fühle mich heute daran erinnert, wenn ich bei Familien z. B. aus Syrien oder Algerien bei uns in Neheim zu Gast sein darf und kulinarisch hier manches aufgeboten wird.

Jesus selbst ist zu Gast im Haus von Maria und Marta. Das war nicht nur damals. Er klopft auch heute an unsere Tür. Durch sein Wort, durch die Feier der Sakramente, durch den Nächsten, besonders denjenigen in Not.

Es liegt an uns, ob wir wie Maria die beglückende und stärkende Erfahrung seiner Nähe machen. Ihn in seinem Wort aufnehmen, es im Glauben hören und in der Tat befolgen, darauf kommt es an.

Stephan Jung, Pfarrer