Wochenimpuls

Du hast nicht im Sinn, was Gott will...

Foto: Bernhard Riedl In: Pfarrbriefservice
Harte Worte lesen wir im Evangelium des heutigen Sonntags: „Weg mit dir, Satan! … Denn du hast nicht im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen."

Jesus weist Petrus in die Schranken. Dabei ist die Reaktion des Petrus doch eigentlich nachvollziehbar. Er möchte nichts hören vom bevorstehenden Tod Jesu. Wohl aus Angst, seinen Meister zu verlieren und damit auch seine Existenz, alles, woran er glaubt, in Zweifel ziehen zu müssen. Die Vorstellung von einer Auferstehung nach dem Tod klingt zu verrückt. Auch fürchtet er wohl die Reaktionen der Menschen, wenn sie Jesus so reden hören. Sehen ihn doch die meisten als Heiler, Prophet, politischen Rebell. Den tiefen Sinn des Wortes `Messias` versteht fast niemand.

Und Jesus? Er ist es leid, dass selbst die besten Freunde, seine treuesten Anhänger ihn nicht wirklich verstehen. Er macht seinen Zuhörern unmiss-verständlich deutlich, dass Ihm nachzufolgen, in Seinem Sinn zu leben, kein Kuschelkurs ist. Er spricht vom Kreuz, das jeder auf sich nehmen muss.

Wie mag das für Petrus gewesen sein? Er wollte Jesus doch nur beschützen. Er wusste, wie die Menschen auf die revolutionären Botschaften Jesu reagieren würden. Er hatte Angst um seinen Meister. Zum Dank wird er von Jesus korrigiert, vor allen Leuten bloßgestellt.

Wie Petrus darauf reagiert, lesen wir im Evangelium nicht.
Erschrocken? Verärgert?

Würde unser bester Freund mit uns so in aller Öffentlichkeit umgehen, wie würden wir reagieren? Gäbe es Streit? Würden wir über die Kritik nachdenken oder sie als unverschämt zurückweisen?

Wir können wohl davon ausgehen, dass Petrus durchaus über die Worte Jesu nachgedacht, sich zumindest nach dessen Tod und Auferstehung an sie erinnert hat. Die Zurechtweisung Jesu half ihm im Nachhinein zu verstehen, wozu Jesus letztlich da war.

Mit diesem Verstehen konnte Petrus seine vielen Reisen unternehmen, um seinen Glauben weiterzugeben, Gemeinden zu gründen, schließlich für seine Über-zeugungen zu sterben.

Da hatte er nicht mehr nur im Sinn, was die Menschen wollen, sondern was Gott will.

Was haben wir im Sinn?

Herzliche Grüße

Ute Völlmecke, Gemeindereferentin