Wochenimpuls

Was ist machbar?

Peter Weidemann, Pfarrbriefservice
Zöllner kommen zu Johannes. Und Soldaten. Die Verkörperung des Feindes!
Oder zumindest die Angestellten des Feindes.
Und der Feind, dass sind damals ganz klar die Römer.
Sie sind die Besatzungsmacht:
ihre Soldaten setzen römisches Recht durch und wehren Aufstände ab,
die Zöllner sorgen dafür, dass Geld in die Kassen des römischen Kaisers fließt.

Auch sie also kommen zu Johannes hinaus an den Jordan, der dort verkündet:
Der Christus, der Gesalbte des Herrn, der Retter, er kommt!

Vermutlich sind sie fasziniert von der Ausstrahlung Johannes’, von dem, was er sagt, wahrscheinlicher noch davon, wie er lebt und handelt.
Und ihre Frage lautet: Was sollen wir tun?

Johannes schickt sie nicht weg.
Er sagt auch nicht: Kündigt! Verlasst den Dienst des römischen Kaisers!
Keine Sekunde länger dürft ihr dem Feind dienen!
Er sagt vielmehr: Tut Euren Dienst, aber tut ihn „anständig": Verlangt nicht mehr als festgesetzt, misshandelt niemanden, erpresst niemanden. Begnügt euch mit eurem Sold.

Er, der sein Leben auf radikale Art und Weise geändert und ganz in den Dienst Gottes gestellt hat, stellt selbst niemanden vor die Wahl, das eigene Leben komplett über den Haufen zu werfen.
Er fordert vielmehr auf, das Machbare zu tun.

Wie oft kapitulieren wir von den Herausforderungen des Evangeliums: zu schwer, unrealistisch, völlig unmöglich.
Doch: Was denn ist Ihnen, was ist mir heute und hier möglich? Was ist machbar?
Es gibt große, mächtige Ziele: Kein einziger Mensch soll ungerecht behandelt und übervorteilt werden. Jeder Mensch soll leben können. Es soll keine Feindschaft, keine Kriege mehr zwischen den Menschen geben.
Auf dem Weg zu diesen Idealen gibt es viele kleine Ziele, die dazu beitragen, die Welt, das Leben der Menschen besser zu machen. Und somit das Reich Gottes aufzubauen.

Was also ist machbar? Hier und heute? Für Sie und mich?
Welchen ersten Schritt könnten wir gehen?

Was würde Johannes uns sagen, wenn wir mit der Frage der Zöllner und Soldaten kämen:
Was sollen wir tun?

Eine gute dritte Adventswoche wünscht Ihnen

Claudia Fischer, Gemeindereferentin