Wochenimpuls

Gedanken zum Marienmonat Mai

Foto: Anja Osenberg In: Pfarrbriefservice
„Maria Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen…"
, so heißt es in einem 150 Jahre alten Lied von Guido M. Görres. Doch den Mai als Marienmonat zu begehen, scheint in der heutigen Zeit vielen von uns als vollkommen überholt und veraltet.

Marienfrömmigkeit wird belächelt und Maiandachten sind höchstens etwas für ältere Leute. Ein Hauch von Kitsch liegt oft in der Luft, wenn es um Maria geht, so dass alles, was mit ihr zu tun hat, von modernen oder jüngeren Menschen oft nicht verstanden und abgelehnt wird.

Beschäftigen wir uns aber näher mit ihrem Leben, entdecken wir, wie nahe Maria an den Sorgen des täglichen Lebens war und sie mutig meisterte. Sie vertraute Gott. Sie sagte: „Ja!" Dafür nahm sie in Kauf, unverheiratet schwanger zu werden. Ihr Kind gebar sie in einem Stall, anschließend flüchtete sie. Sie lebte als Ausländerin in einem fremden Land.

Als Jesus zwölf Jahre alt war, merkten seine Eltern, dass er bei Gott ein größeres Zuhause gefunden hatte. Ihr eigener Sohn wurde Maria fremd. Danach hören wir in der Bibel nichts mehr über Josef. Man nimmt an, dass er früh gestorben ist. Nun musste Maria als alleinerziehende Mutter alle Probleme alleine lösen.

Dann, mit dreißig Jahren, zog Jesus als Wanderprediger durch das Land. Maria hörte seltsame Geschichten über ihren Sohn: er sei mit Betrügern zusammen, esse bei ihnen, kümmere sich um verrufene Mädchen und achte auch die Gesetze seiner jüdischen Religion nicht immer.

Ich glaube, all das war nicht einfach für Maria zu verstehen. Einmal reiste sie zu ihm und versuchte, ihn zur Rede zu stellen. Wie weh muss es ihr getan haben, als er sie zurückwies. Eine Erfahrung, die Eltern oft machen, wenn Kinder ihre eigenen Wege gehen.

Doch sie hat Jesus nie im Stich gelassen, als er sterben musste, war sie ganz nahe bei ihm. Sie lief nicht davon, sondern blieb bei ihm bis zum Tod, begrub ihn und blieb dann bei Jesus´ Freunden, um die Botschaft ihres Sohnes weiter zu verkünden.

Ich glaube, das Leben von Maria war kein bisschen kitschig, es kann kaum näher dran sein an unseren Sorgen und Nöten. Deshalb: Lassen wir uns besonders in diesem Monat anstecken von ihrem Lebensmut im Vertrauen auf Gott.

Ihre

Susanne Hardes, Gemeindereferentin