Pastoralvereinbarung

Pastoralvereinbarung

 

 

Pastoralvereinbarung

der Pfarrei St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel

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Inhaltsverzeichnis ……………………………………………………………………. 2

  1. Vorwort zur Entstehungsgeschichte der Pastoralvereinbarung …………….. 3
    1. Der zeitliche Rahmen ……………………………………………………. 3
    2. Wichtige zentrale Erkenntnisse auf dem Planungsweg ……………... 5
    3. Wie zeigt sich in unserer konkreten Situation der notwendige
      Paradigmenwechsel? ……………………………………………………. 6
    4. Welche Herausforderungen leiten wir daraus ab? ………………….. 7
  2. Zum Selbstverständnis des Pastoralen Raumes, zum Auftrag sowie
    zu den Visionen und Zielen …………………………………………………….. 8
  3. Menschen im Lebensraum, Konzepte ……………………….….…………… 11
  4. Vereinbarungen zu Angeboten, Programmen, Dienstleistungen …………. 12
  5. Vereinbarungen zum Bereich Personal /Mitarbeiter/ Kompetenzen ……… 15
  6. Vereinbarungen zum Bereich der Strukturen und Organe ……………........ 17
  7. Vereinbarungen zum Bereich der Abläufe, Prozesse, Kommunikation …... 17
  8. Vereinbarungen zum Bereich Ausstattung, Finanzen, Ressourcen ………. 18
  9. Ausblick ………………………………………………………………………….. 18

 

 

 

 

 

0. Vorwort zur Entstehungsgeschichte der Pastoralvereinbarung

Mit dem Diözesangesetz zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn hat Erzbischof Hans Josef Becker nach einer breiten Konsultation der Pfarrgemeinden und Dekanate die künftigen pastoralen Räume zum 01. Januar 2010 verbindlich umschrieben. Aus den Pfarreien der beiden Pastoralverbünde Neheim-Ost und Ruhr-Möhne soll bis spätestens 2015 eine Gesamtpfarrei entstehen. Der pastorale Raum Neheim und Voßwinkel gehört mit zwölf anderen pastoralen Räumen zu den ersten, die mit den Planungen begonnen haben.

 

a. Der zeitliche Rahmen

Folgende Etappen haben den Planungsprozess seit 2010 bis zur Erstellung und Verabschiedung der Pastoralvereinbarung durch den Pastoralverbundsrat im November 2012 bestimmt:

  • 20. März 2010 im Anton-Schwede-Haus: Vorbereitungstreffen der PGR-Vorstände und Hauptamtlichen mit den beiden Vertretern der Gemeindeberatung, Pastor Markus Menke und Frau Annette Weber, und mit Dekanatsreferent Josef Mündelein zum ersten Kennenlernen der Beteiligten, zur Vorstellung des Planungsweges und der inhaltlichen diözesanen Vorgaben; Terminvereinbarung für die Teamklausur im September 2010 in Bestwig
  • 28. Juni - 2. Juli 2010: Teilnahme von Pfarrer Stephan Jung am Vorbereitungskurs mit den in 2010 startenden PV-Leitern in Paderborn
  • 13. - 15. September 2010: Teamklausur in Bestwig mit den Gemeindeberatern: Kennenlernen des neuen Teams und Beschäftigung mit dem Paradigmenwechsel in der Pastoral und dem Auftrag des Erzbischofs, sich diesen anzueignen und ihn in einer zweijährigen Planungsphase vorzubereiten.
  • 20. November 2010: Informationsveranstaltung für die Vertreter der Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte der fünf Pfarreien / Pfarrvikarie im Pfarrheim in Voßwinkel über die Klausurtagung des Pastoralteams
  • Februar 2011: Informationsveranstaltung für die Vorsitzenden der Verbände und Gruppierungen in den beiden Pastoralverbünden über die Vorgaben des Erzbischofs für den Planungsprozess und über vorläufige Konsequenzen für die Zusammenarbeit des Pastoralteams mit den Verbänden und Gruppen
  • Februar/März 2011: Bildung einer Steuerungsgruppe, eines Pastoralverbundsrates für beide PV´s, eines Finanzausschusses (mit dem Außendienstmitarbeiter vom Gemeindeverband Frau I. Schülke, später Herr A. Molitor)
  • 9. September 2011: Auftaktveranstaltung des Planungsprozesses für die gesamte kirchliche und nichtkirchliche Öffentlichkeit
    • Beginn mit der hl. Messe in St. Johannes und Treffen im Kaiserhaus mit dem Titel „UM GOTTES WILLEN – GEMEINSAM KIRCHE SEIN!“
    • Bildung von 10 Arbeitsgruppen zu den Wesensmerkmalen eines pastoralen Raumes, der Pastoral der Berufung mit ihren vier Bereichen Taufberufung, Ehrenamt, Pastorale Orte und Gelegenheiten, Caritas und Weltverantwortung.
  • Oktober 2011: Informationsveranstaltung für die Gremien und das Pastoralteam über die rechtlichen Fusionswege im Pfarrheim Goethestr. 19 mit Herrn Weinstock vom Rechtsamt des EGV.
  • 8. Dezember 2011: Unterzeichnung eines Briefes an den Erzbischof durch die Vertreter der Gremien und Pfarrer Stephan Jung nach ausführlicher Beratung in den Gremien mit der Bitte um Aufhebung aller Pfarreien und um Neugründung zum 1. Januar 2013
  • 14. Januar 2012: Tag der Vorstellung der Analyseergebnisse und der Formulierung von Herausforderungen für die zukünftige Pastoral; Zusammenstellung, was in den einzelnen Pfarreien besonders gut gelingt und förderungswürdig ist.
    • Einladung an alle Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände, Arbeitsgruppen und das Pastoralteam in das Pfarrheim Goethestr. 19
  • 10. März 2012: Bibelarbeit zu Kirchenbildern im Pfarrheim in Voßwinkel mit Mitgliedern der Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte, des PV-Rats, des Pastoralteams und der Steuerungsgruppe
  • 17. April 2012: Mitteilung des vom Erzbischof festgelegten offiziellen Namens der neuen Pfarrei: „St. Johannes Baptist Neheim - Voßwinkel“, am 24.09.2012 korrigiert in „St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel“
  • 5. Mai 2012: Planungsnachmittag im Anton-Schwede-Haus mit Pfarrgemeinderäten, Kirchenvorständen, Mitgliedern der Arbeitsgruppen, Pastoralteam zum Thema: „Kirche in Neheim und Voßwinkel – wozu bist du da?“ (Kopfstandmethode)
  • 15. September 2012 Stand in der Neheimer Fußgängerzone zur Marktzeit, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen über das Thema: „Kirche in Neheim und Voßwinkel – wozu bist du da?“
  • 03. November 2012: Planungsvormittag im Anton-Schwede-Haus mit Pfarrgemeinderäten, Kirchenvorständen, Mitgliedern der Arbeitsgruppen, Pastoralteam:
    Einigung auf Richtungsziele, Teilziele und Maßnahmen für die Pastoralvereinbarung.

b. Wichtige zentrale Erkenntnisse auf dem Planungsweg

Der Planungsweg auf die Gesamtpfarrei hin stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. In allen fünf Pfarreien haben sich Mitchristen gefunden, die die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels unserer Pastoral für das Weiterleben des Glaubens in unserer Zeit erkannt haben und die sich auf engagierte Weise auf diesen Prozess eingelassen haben.

Es gibt eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern, die die Veränderungen skeptisch betrachten oder sogar ablehnen und noch mehr, die ihnen gleichgültig gegenüberstehen.

Sowohl die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter als auch alle ehrenamtlich Engagierten brauchen Zeit, um die Situation realistisch wahrzunehmen und den aufgezeigten Weg des Erzbischofs einer Pastoral der Berufung, die auf der Taufe aller gründet, innerlich anzunehmen.

Es gab Schwierigkeiten und Behinderungen auf dem Planungsweg. Dazu gehörten der Wechsel des pastoralen Personals während des Prozesses (Vikarswechsel Dr. Jörn-Peter Capito/ Andreas Sofka und Gemeindereferentinnenwechsel J. Bachhofen/ U. Voellmecke) und die zu Anfang des Prozesses nicht geklärte Rolle und neu vorzunehmende Stellenumschreibung des Pfarradministrators von Voßwinkel, die vom Personalverantwortlichen des Bistums als Voraussetzung für den Beginn der Planungen hätte vorgenommen werden müssen.

Weitere Schwierigkeiten und Behinderungen waren die Auseinandersetzungen um die Firmung, nachdem das Team und die Mehrzahl der Gremienvertreter mit Zustimmung des Erzbischofs beschlossen hatten, die Firmung 2011 auszusetzen.

Hinzu kamen die vermeintlichen und tatsächlichen Kommunikationspannen und die sehr emotionale Auseinandersetzung mit einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Gremien.

Verlustängste und das Aufgeben von vertrauten Gewohnheiten spielen bei vielen in dieser Übergangszeit eine große Rolle. Es ist nicht leicht, einsichtig zu machen, dass alle bisherigen Formen der Seelsorge auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Da im pastoralen Raum z.Zt. noch sechs Priester und drei Gemeindereferentinnen arbeiten, ist vielen die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Veränderung nicht einsichtig. Lediglich organisatorische Veränderungen scheinen sinnvoll. Der Gedanke einer Verantwortung aller für das Leben der Kirche aufgrund der Taufberufung ist vielen noch fremd. Es braucht Zeit, um diesen Gedanken innerlich anzunehmen.
Auch die pastoralen Mitarbeiter müssen weiter daran arbeiten, ihr bisheriges Selbstverständnis in Frage zu stellen und ihre Arbeitsweise gegebenenfalls zu ändern.
Gremienvertreter haben teilweise ihren Kirchturm im Blick und können noch nicht den gesamten Raum von Voßwinkel bis Moosfelde in ihre Überlegungen miteinbeziehen.

Vielen fällt der Gedanke schwer, dass wir als Kirche einen missionarischen Auftrag haben und kein Selbstversorgungsbetrieb sind oder ein „Ofen, der sich selbst wärmt“ (Karl Rahner).
Es gibt da und dort noch volkskirchliche Elemente, Ausdrucksformen einer Gemeindekirche, die aber eine immer geringer werdende Zahl von Christen bindet. Hier ist Grundlagenarbeit nötig und eine klare und zugleich behutsame Gestaltung des Übergangs in eine neue Gestalt von Kirche vor Ort, ohne genau zu wissen, wie sie aussehen wird.

Für viele ist aber auch deutlich geworden, dass es sinnvoll ist und Freude macht, sich gegenseitig über den eigenen Kirchturm hinaus zu unterstützen und sich im gemeinsamen Tun zu bestärken.

Das gilt beispielhaft für die Steuerungsgruppe, für das Jugendforum, die kfd, die Caritas, den Finanzausschuss, die Messdiener, die Chöre, die Organisten, die Kolpingsfamilien, die Sekretärinnen, den Jugendtreff auf Bergheim, die Kooperation der katholischen Kindertagesstätten und Familienzentren, die KJG und die Familiengottesdienstkreise.

 

c. Wie zeigt sich in unserer konkreten Situation der notwendige
Paradigmenwechsel?

Beispielhaft wird die Notwendigkeit zu Veränderungen in der Pastoral an folgenden Tatsachen deutlich:

  • deutliche Abnahme der Zahl der Kinder, die zur Erstkommunionvorbereitung angemeldet werden
  • Kinder und Jugendliche nehmen regelmäßig überhaupt nicht an den Messfeiern teil
  • Totalausfall einer glaubensmäßigen Praxis/Glaubenserziehung in den Familien
  • schrumpfende Gottesdienstgemeinden
  • hoher Altersdurchschnitt der Gottesdienstgemeinden
  • 90 % der Getauften nehmen nur singulär und anlassbezogen am kirchlichen Leben teil
  • Rückgang der Beichtpraxis auf ein Minimum
  • Priesterzentrierung der Pastoral
  • Ehrenamtliche engagieren sich eher, um dem Pastor zu helfen, noch zu wenig aus der Mitte ihrer Berufung zum Christsein heraus als lebendige Glieder der Kirche, des Leibes Christi
  • verändertes ehrenamtliches Engagement: eher punktuell und projektbezogen als dauerhaft
  • es gibt nur einen Bibelkreis im gesamten Raum, der sich regelmäßig trifft (KCG)
  • zunehmende Glaubensunsicherheit alter Menschen
  • Auflösung von drei Caritaskonferenzen
  • rasanter Anstieg der Urnenbeisetzungen ohne vorhergehendes Requiem in den vergangenen drei Jahren

 

d. Welche Herausforderungen leiten wir daraus ab?

Beispielhaft lassen sich folgende Herausforderungen benennen:

  • Entwicklung von neuen Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement
  • Wie können wir den Gedanken der Taufberufung wecken und entwickeln?
  • Wie wirken wir in unseren eigenen Einrichtungen missionarisch – in Kirchen, Pfarrheimen, Pfarrbüros?
  • Wie kommen wir mit den Menschen/Jugendlichen in Kontakt?
  • Welche Möglichkeiten missionarischer Pastoral gibt es an uns „fremden“ Orten, an neuen Orten, zu Gelegenheiten, die nicht unsere ureigenen sind?
    (z. B. Friedhof, Tafel, Veranstaltungen des „Aktiven Neheim“, Dies Internationalis etc.)
  • Wie entdecken wir Menschen, die Hilfe brauchen?
  • Wie kann die Notwendigkeit der Caritas kirchenintern neu ins Bewusstsein gebracht werden?
  • Welche Immobilien sind notwendig, welche wollen wir erhalten?
  • Mehr Christus-, weniger Priesterorientierung; mehr Eucharistie-, weniger Kirchengebäudeorientierung.
  • Die Vielfalt in den einzelnen Teilgemeinden soll erhalten und gefördert werden.

1. Zum Selbstverständnis des Pastoralen Raumes, zum Auftrag    
   sowie zu den Visionen und Zielen

Die neue Pfarrei entsteht aus vier Pfarreien, die bereits eine gemeinsame Geschichte haben. St. Michael, St. Joseph, St. Elisabeth, St. Franziskus und St. Isidor sind durch Abpfarrungen von St. Johannes seit den 1950er Jahren entstanden.

Nur St. Urbanus als älteste Pfarrei hat eine von Neheim unabhängige Geschichte. Zum pastoralen Raum gehören das städtisch geprägte Neheim und die zwei Dörfer Bachum und Voßwinkel.

 

Als biblisches Leitbild für das Leben der Kirche vor Ort wurde vom PVR das Motto „Machet die Tore weit!“ aus Psalm 24 ausgewählt.

Es bedeutet zunächst, die Tore weit für den dreifaltigen Gott zu öffnen.

Das Leitwort ruft dazu auf, eine einladende Atmosphäre des Willkommens und der Gastfreundschaft für Nahe und Ferne zu schaffen. Es unterstreicht das Interesse an der Begegnung. Es meint offene Kirchengebäude und offene Pfarrheime. Das Leitwort zielt auf eine Kirche, die sich nicht nur mit sich selbst beschäftigt, die vielmehr Hinweis auf Jesus Christus ist, der sich selbst als die Tür zum Leben bezeichnet (vgl. Joh 10,9). Er klopft bei uns an und will durch uns Christen bei den Menschen unserer Zeit anklopfen. Wir verstehen die neue Pfarrei als ein Netzwerk mit vielen Knotenpunkten, wo das Evangelium gelebt wird und die miteinander in einer guten Verbindung stehen. Sie soll immer mehr eine Gemeinschaft von Christen darstellen, in der unsichtbare Mauern überwunden werden.

 

Das Pastoralteam hat fußend auf dem biblischen Leitwort „Machet die Tore weit!“ und einem Brief von Bischof Joachim Wanke zur missionarischen Pastoral folgende fünf Kernpunkte der Pastoral in der neuen Pfarrei erarbeitet:

  1. Wir wollen neue Christen gewinnen und glauben, dass dazu jeder Christ berufen/befähigt ist.
  2. Wir heißen alle willkommen.
  3. Keine Mission ohne Selbstevangelisierung.
  4. Mehr von Gott sprechen als von Kirche, Gemeinde und uns selbst; Glaube statt „System“.
  5. Uns selbst im Blick behalten, um uns selbst und unserer Ausstrahlung willen.

 

Richtungsziele für das pastorale Handeln, ausgefaltet in den vier Dimensionen der „Perspektive 2014“:

Taufberufung fördern – Katechese, Gottesdienste, Sakramente

  • Wir finden miteinander Wege, als Erwachsene unseren Glauben zu leben.
  • Wir entdecken den Reichtum des Glaubens neu.
  • Wir fördern das Gespräch von Menschen, die auf sehr verschiedene Weise ihren Glauben leben.
  • Wir unterstützen Eltern in der religiösen Erziehung ihrer Kinder.
  • Wir feiern Gottesdienste in unterschiedlichsten Formen, damit sie uns Hilfe sind im Glauben und Leben, uns empfangsbereit machen für Gott und wir in unserer Sendung gestärkt werden.


Ehrenamt – Engagement aus Berufung

  • Wir entdecken und fördern die uns von Gott geschenkten Talente und Begabungen.


Pastorale Orte und Gelegenheiten – missionarisch Kirche sein

  • Wir suchen Kontaktmöglichkeiten mit den hier lebenden Menschen (Christen und Nichtchristen).
  • Wir entdecken und fördern bestehende und neue pastorale Orte (und sind dort präsent).
  • Wir verstehen alle Pfarrbüros als pastorale Orte und Kontaktstellen, das Pfarrbüro Hauptstr. 11 aufgrund seiner Lage in einer belebten Fußgängerzone in besonderer Weise.
  • Wir verstehen das Kinder- und Jugendzentrum als Haus der offenen Tür als unverzichtbaren pastoralen Ort:

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind uns wichtig. Ihnen soll in der pastoralen Arbeit ein besonderes Augenmerk gelten. Zur Vernetzung, Koordinierung, Bündelung und Konzeptentwicklung kath. Kinder-und Jugendarbeit/-pastoral erhält das Jugendforum Neheim einen festen Stellenwert und wird regelmäßig gehört und unterstützt. Darüber hinaus soll das Kinder- und Jugendzentrum (KiJu) mit seinem diakonischen Auftrag fester Bestandteil der Gesamtpastoral in Neheim bleiben. So sollen die Vielfalt außerschulischer Kinder-und Jugendarbeit in Neheim gesichert und pastorale Orte für junge Menschen entwickelt werden.

  • Wichtige pastorale Orte sind weiterhin:
  • St. Johannes-Hospital, St-Johannes-Pflegezentrum und weitere Senioreneinrichtungen
  • die Schulen, in besonderer Weise das St. Ursula-Gymnasium
  • die Kindertagesstätten und Familienzentren
  • Wir fördern das ökumenische und interreligiöse Gespräch im Arbeitskreis Ökumene und im Christlich-Islamischen Dialog

Caritas und Weltverantwortung – diakonisch handeln

  • Wir sehen die Not von Menschen und finden Wege, ihr angemessen zu begegnen.

 


2. Menschen im Lebensraum, Konzepte

Die Pfarrei stellt ein Netzwerk mit verschiedenen Knotenpunkten dar, die bereits miteinander verbunden sind und noch mehr miteinander verbunden werden sollen. Die Knotenpunkte sind pastorale Orte, wo das Evangelium Christi gelebt wird, sind beispielhaft: Kirchengebäude, Pfarrheime, Kinder- und Jugendzentrum, Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhaus, Seniorenheime.


Die Pfarrei besteht mit Neheim aus einem städtisch geprägten Gebiet und aus den zwei Dörfern Bachum und Voßwinkel.


Aus den Quellen des kirchlichen Meldewesens und der Stadt Arnsberg geht hervor:

  • Die Zahl der Katholiken hat sich von 17.540 am 08.08.2000 auf 15.574 am 06.01.2012 (minus 11,21%) verringert.
  • Der Anteil an der Gesamtzahl der Einwohner beträgt zum 06.01.2012 59,1%.
  • Die Altersstruktur hat sich vom 08.08.2000 zum 06.01.2012 wie folgt verändert:

0-6 Jahre:               von 5,97% auf 3,74% (der Gesamtzahl der Katholiken)

7-18 Jahre:               von 13,39% auf 11,74%

19-65 Jahre:           von 63,08% auf 61,15%

über 65 Jahre:         von 17,56% auf 23,37%.

Es zeigt sich also sehr deutlich (parallel zur allgemeinen demografischen Entwicklung) die zunehmende Alterung unserer Gemeindemitglieder.

Die „jüngsten“ Gemeindebezirke mit dem prozentual größten Anteil der 0-18-jährigen sind St. Elisabeth und St. Urbanus, die „ältesten“ mit dem prozentual größten Anteil der über 65-jährigen sind St. Michael und St. Johannes.

Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung (Daten aus 2008) liegt in Voßwinkel am niedrigsten (1,46 %) und auf dem Gebiet des bisherigen Gemeindebezirks St. Elisbabeth (12,68 %) und der bisherigen Pfarrei St. Johannes Baptist (12,08%) am höchsten.

Schaut man noch einmal differenzierter hin, gibt es den höchsten Ausländeranteil im Bereich „Neheim-Süd“ mit 22,54% (Lange Wende, Teil des Binnerfelds in Richtung Hüsten).

In den Bezirken Moosfelde und Neheim-Süd zeigt sich in den Jahren 2008-2010 ein hoher Anteil von Kindern unter 7 Jahren in Grundsicherung und HzE-Fälle (Moosfelde 32,6 %; Neheim-Süd 27,5%).


3. Vereinbarungen zu Angeboten, Programmen, Dienstleistungen

Aus den unter 2. aufgeführten Richtungszielen haben wir uns zunächst auf die drei folgenden Ziele mit Teilzielen und den entsprechenden Maßnahmen geeinigt:

  1. Richtungsziel:

Wir feiern Gottesdienste in unterschiedlichsten Formen, damit sie uns Hilfe sind im Glauben und Leben, uns empfangsbereit machen für Gott und wir in unserer Sendung gestärkt werden.

Teilziel: Wir ermutigen und befähigen Mitchristen Gebete und Wortgottesdienste vorzubereiten und zu leiten.

Maßnahmen:

-    Bildung eines Liturgiekreises für die Pfarrei mit Mitgliedern aus jeder Gemeinde

-    Ausbildung von Wortgottesdienstleitern für Gottesdienste unterschiedlichster Art (Andachten, Tagzeitenliturgie, Rosenkranzgebete usw.)

Teilziel: Wir feiern Gottesdienste, die die Einheit im pastoralen Raum stärken.

Maßnahmen:

-    gemeinsame Feier des Patronatsfestes der Pfarrei

-    gemeinsame Fronleichnamsprozession

-    Beauftragung des PVR bzw. ab März 2013 des neuen PGR, die Planungen dazu in Absprache mit dem Liturgiekreis zu übernehmen

-    „Kirche aktuell“ – Gottesdienste zu einem aktuellen Thema, die an einem festen Ort regelmäßig gefeiert werden

Weitere mögliche Teilziele zum Richtungsziel „Gottesdienst“, die später berücksichtigt werden können, sind:

-    Wir entwickeln und feiern neue Gottesdienstformen für unterschiedliche gesellschaftliche Milieus, unterschiedliche Lebensalter.

-    Wir entdecken den Reichtum bestehender Gottesdienstformen neu.

-    Wir fördern die liturgische Bildung der Christen bei uns.

-    Wir fördern und nutzen die Vielfalt der Kirchenmusik.

 


  1. Richtungsziel:

Wir entdecken und fördern die uns von Gott geschenkten Talente und Begabungen.

Teilziel: Wir ermutigen die Menschen auf vielfältige Weise, ihre Fähigkeiten in die Gemeinde einzubringen und geben dazu die Gelegenheit.

Gründung eines Gemeindeausschusses in den einzelnen bisherigen Gemeinden bis März 2013

Maßnahmen:

-    Aufgabenkatalog erstellen

-    Arbeitsordnung für den Ortsausschuss erstellen

-    Rahmenbedingungen festlegen

-    Mitarbeitergewinnung bei einer „Kirchturmversammlung“

-    Mitarbeitergewinnung durch persönliche Ansprache

Weitere mögliche Teilziele zum Richtungsziel „Ehrenamt“, die später berücksichtigt werden können, sind:

-    Wir stärken das diakonische Ehrenamt, damit es nicht als Last, sondern als Dienst und Aufgabe – jeder nach seinen Fähigkeiten – verstanden wird.

-    Wir haben Mut zum Ausprobieren und Experimentieren.

  1. Richtungsziel:

Wir sehen die Not von Menschen und finden Wege, ihr angemessen zu begegnen.

Teilziel: Wir bieten in unseren Räumen Begegnungsmöglichkeiten.

Maßnahmen:

-    Einrichtung eines Gemeindecafés in den Gemeinden, in denen sich Mitarbeiter finden

-    Öffnung zu Beginn einmal monatlich

-    zwei Mitarbeiter pro Öffnungszeit, die im Zuhören (und im Umgang mit möglicherweise belastenden Gesprächen) geschult werden

-    Erstellung einer Übersicht von Hilfsangeboten

-    Beratung im PGR bzw. in den „Gemeindeteams“, wer zur Mitarbeit angesprochen werden könnte

-    Werbung für das Angebot über bisherige und über neue Medien


Teilziel: Wir suchen Kontaktmöglichkeiten mit den hier lebenden Menschen

Maßnahmen:

-    Stand auf dem Marktplatz bzw. auf der Hauptstraße vor der Kirche zur Marktzeit

-    einmal monatlich

-    monatlich wechselnd 3-4 Mitarbeiter aus den einzelnen Gemeinden

-    Erstellen einer Übersicht von Hilfsangeboten

-    Beratung im PGR bzw. in den „Gemeindeteams“, wer zur Mitarbeit angesprochen werden könnte

-    Werbung für das Angebot über bisherige und über neue Medien.

Weitere mögliche Teilziele zum Richtungsziel „Caritas“, die später berücksichtigt werden können, sind:

-    Wir fördern die Vernetzung und den Informationsaustausch aller caritativen Dienste.

-    Wir entwickeln eine Infobörse, die Hilfeanbieter und Hilfesuchende zusammenbringt.

-    Wir entwickeln ein System der Wohnviertelhilfe, das unterschiedlichste Notlagen (z.B. finanziell, seelisch) im Blick hat.

 

Weiterhin vereinbaren wir folgende Angebote und Dienstleistungen:

  • Projekt „Jugendkirche“

Auf der Ebene der Gesamtpfarrei soll ein fester Ort jugendgemäßer spiritueller Angebote geschaffen werden, der für Verbände, Gruppierungen oder auch Schulen zur Verfügung steht und in dem regelmäßige Angebote vorgehalten werden. Dabei können sich Inhalte und Angebote (Film, Musik, Jugendgottesdienste, Taizé-Gebete, Früh- und Spätschichten etc.) an Projekten und Erfahrungen der jungen Kirchen orientieren.

  • differenzierte Wege der Erstkommunionvorbereitung
  • differenzierte Wege der Firmvorbereitung
  • drei Familienzentren mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten

 


4. Vereinbarungen zum Bereich Personal - Mitarbeiter - Kompetenzen

  • für hauptberufliche pastorale Mitarbeiter:

Schwerpunktsetzungen:

  • C. Bittern: Caritaskonferenzen, diakonisches Projekt, Schulseelsorge weiterführende Schulen, neue Pastoral, Konversionen
  • C. Fischer: Kommunionkatechese, missionarisches Projekt, neue Pastoral
  • S. Hardes: Schulseelsorge –Grundschule, Kinderkatechese (Gottesdienste bis einschl. Grundschulalter), Erwachsene (kfd), neue Pastoral
  • S. Jung: Leitung, neue Pastoral, Verwaltung, Wallfahrt, Schützen, KKV, Franz-Stock-Komitee, Kirchenmusik
  • D. Schulte: Jugendarbeit, Firmkatechese, neue Pastoral, Kirchenmusik, AK Ökumene, christlich-islamischer Dialog
  • A. Sofka: Senioren, Kranke, Trauernde, Taufkatechese, neue Pastoral
  • U. Völlmecke: Kinderkatechese (Steuerungsgremium Kita), Kommunionkatechese, Taufkatechese

Kultur der Zusammenarbeit im Pastoralteam:

  • Wöchentliche Dienstbesprechung, Zentrierung der Arbeitsplätze und Wohnorte der Priester in Hauptstr. 11 und im ASH, Mitarbeiterausflug, gemeinsame Gebetszeiten, gemeinsame Unternehmungen, freier Tag am Namensfest

 

Die Arbeit der Pfarrsekretärinnen, die oft zuerst angesprochen werden, hat eine hohe Bedeutung. Es finden regelmäßige Treffen aller Sekretärinnen mit dem Pfarrer und dem Außendienstmitarbeiter statt.

  • für ehrenamtlich Tätige:

Ohne ehrenamtliche Arbeit würde die Kirche nicht funktionieren. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen bringen Kompetenz und persönliches Profil, Einsatzfreude und Belastbarkeit, Verantwortungsbereitschaft und Kontinuität in die Gemeinden ein.
Viele ehrenamtliche MitarbeiterInnen haben sich bisher engagiert, um die Hauptamtlichen zu unterstützen. Demgegenüber unterstreicht die Perspektive 2014, dass der Einsatz der Ehrenamtlichen als ein Engagement auf der Grundlage der Berufung zum Christsein anzusehen ist und einen eigenen Wert hat, der in der Taufberufung gründet.

Christen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind alle, die sich mit ihren Fähigkeiten einbringen und Verantwortung für die Gemeinde übernehmen wollen.

Der AK „Ehrenamt“ hat folgende Rahmenbedingungen formuliert:

  1. Ehrenamtliche Tätigkeit muss Freude machen.
  2. Sie muss effektiv und selbstverantwortlich gestaltet werden können.
  3. Sie braucht Mitsprache und Mitgestaltung.
  4. Sie muss die Selbstverwirklichung der Person ermöglichen.
  5. Es muss Chancen zur Kompetenzerweiterung geben.
  6. Es darf nicht das sogenannte „Christbaumprinzip“ geben, d.h. die Überfrachtung mit weiteren zusätzlichen Anfragen und Aufgaben muss vermieden werden.
  7. Benennung konkreter Aufgabenfelder.
  8. Beschreibung und Festlegung der Rahmenbedingung der Arbeit (z.B. zeitliche Begrenzung)
  9. Gezielte Mitarbeiterwerbung
  10. Einführung in die Aufgabe
  11. Begleitung
  12. Verabschiedung

Wenn Menschen für eine begrenzte Aufgabe gerufen werden, können sie neue Möglichkeiten für sich entdecken. Wir müssen über den Tellerrand der bisherigen „Kerngemeinde“ hinausschauen. Zu viele Menschen in unseren Gemeinden können wir übersehen, weil wir „im eigenen Saft schmoren“. Wir können aber auch umdenken. Es geht in Zukunft nicht so sehr darum, Mitchristen für vielleicht bereits überholte Aufgaben zu suchen, sondern passende Aufgaben für die Stärken (Charismen) der Menschen zu entdecken! Das bedeutet auch ein Vertrauen in Gottes Führung, der ungeahnte Fähigkeiten in den Menschen wecken kann.
Der Pfarrer und die hauptamtlichen Mitarbeiter werden sich dann stärker in der Schulung, Begleitung und Beratung der ehrenamtlichen Kräfte einbringen können.


5. Vereinbarungen zum Bereich der Strukturen und Organe

Bei der Gesamtpfarrei, die am 01. Januar errichtet wird, handelt es sich um eine Neugründung, die aus der Fusion von bisher fünf selbständigen Pfarreien entsteht.

Der Erzbischof ist gebeten worden, als Vermögensverwalter bis zur Kirchenvorstandswahl am 16./17. März 2013 den bisherigen Finanzausschuss einzusetzen. Der neue Kirchenvorstand umfasst 16 zu wählende Mitglieder. Er soll möglichst aus Vertretern des gesamten pastoralen Raumes bestehen.

Ebenso wird der PGR am 16./17. März 2013 neu gewählt. Auch er soll Vertreter des gesamten pastoralen Raumes zusammenführen. Der PVR hat bei seiner Sitzung die Zahl der zu wählenden Mitglieder auf 14 festgelegt. Hinzu kommen der Pfarrer, der alle hauptamtlichen pastoralen Mitglieder mit seiner Stimme vertritt und drei zu berufende Mitglieder. Damit besteht der PGR der neuen Pfarrei aus 18 Mitgliedern.

Vor Ort werden jeweils Gemeindeausschüsse gebildet, die entsprechende Aufgaben für das Leben um die einzelnen Kirchtürme herum übernehmen. In diesen Gemeindeausschüssen sind auch PGR und KV Mitglieder vertreten.

 

6. Vereinbarungen zum Bereich der Abläufe, Prozesse, Kommunikation

  • Erstellung einer EDV, Anbindung an den Zentralserver des Erzbistums in Paderborn
  • Vernetzung der einzelnen Gemeindebüros mit dem Zentralbüro, Zentralbüro in der Hauptstraße
  • Bestellung eines Geschäftsführers des KV
  • Einsatz des Außendienstmitarbeiters
  • Erstellung eines Internetauftritts zum 01. Januar 2013
  • einheitliche Pfarrnachrichten für den gesamten Raum


7. Vereinbarungen zum Bereich Ausstattung, Finanzen, Ressourcen

  • Finanzierung von Schwerpunkten und Projekten:
    • Renovierung St. Michael, Überlegungen zu Errichtung einer Jugendkirche
    • Im Bereich Immobilien:
      • Nutzung der Pfarrheime als Orte der Begegnung und der Offenen Tür
      • Verkauf des Pfarrhauses von Voßwinkel
      • Überlegungen bezüglich einer Anfrage zur Nutzung der Dienstwohnung in Moosfelde durch die Kita
      • anfanghafte Überlegungen zu einer Nutzungsänderung des Pfarrhauses von St. Franziskus
      • Finanzen allgemein:
        • zweckgebundene Konten und Fonds werden entsprechend weitergeführt und nicht zusammengelegt
        • für die Gemeindeausschüsse wird ein festes Budget zur Verfügung gestellt

 

8. Ausblick:

Die Inhalte dieser Pastoralvereinbarung sind unter Mitwirkung vieler Ehrenamtlicher in Arbeitsgruppen und Gremien sowie des Pastoralteams entstanden, immer in dem Bewusstsein, dass die Pastoralvereinbarung eine Richtung für unser Handeln als Kirche von Neheim und Voßwinkel aufzeigt, ohne uns dauerhaft festzulegen. Ihr Charakter ist in diesem Sinne vorläufig; sie ist auf Auswertung und Fortschreibung angelegt.

Aus diesem Grund hat die Steuerungsgruppe mit dem Gemeindeberater Markus Menke für die zweite Jahreshälfte 2013 eine Evaluation vereinbart (Frau Annette Weber ist während des Planungsprozesses wegen eines Berufswechsels aus der Gemeindeberatung ausgeschieden).

Dabei soll es zum einen allgemein um den Fortgang des Prozesses und die Umsetzung der Pastoralvereinbarung gehen, zum anderen aber auch um eine Überprüfung, inwieweit die unter 4. genannten und für 2013 geplanten Maßnahmen umgesetzt und die entsprechenden Teilziele erreicht wurden.

Die Pastoralvereinbarung und deren Umsetzung werden jährlich überprüft, angepasst und fortgeschrieben.