Wochenimpuls

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde

Bild: ImageWenn ich die Zeitung aufschlage, die Nachrichten lese, im Internet „unterwegs" bin – Feinde gibt es viele. Je nachdem, wen man hört, wo man liest…
Politiker, Europa-Befürworter, Donald Trump, die Islamisten, Homosexuelle, die Fortschrittsgläubigen, die Christen, die Links-Autonomen, Flüchtlinge, die römische Kurie, die „da oben", Wladimir Putin, Gewerkschaften, die Moslems, Homophobe, Europa-Gegner, Veganer, die ewig Gestrigen, die Juden, die Neonazis, die Reichen, …
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und vermutlich könnten Sie die Reihe in ihrem persönlichen Umfeld auch noch ergänzen.

Und jetzt sagt Jesus: Liebt eure Feinde.
Na danke. Das haben wir doch an ihm gesehen, wohin das führt: Ablehnung, Verspottung, Misshandlung, Kreuz. Da wollen wir jetzt hin?

Allerdings: Vergeltung – und sei sie noch so gerechtfertigt – führt immer nur zu neuer Vergeltung. Gewalt und Hass nehmen kein Ende, sondern verstärken sich. Das hat die Geschichte schon tausendfach gezeigt.

Was heißt denn überhaupt „lieben"?
Soll ich jetzt so tun, als sei alles gut? Friede, Freude, Eierkuchen?

Lieben heißt: Die Wahrheit sagen.
Jesus war kein Kuscheltyp. Er hat – wie schon viele vor ihm – Unrecht deutlich beim Namen genannt. Ungeachtet der Konsequenzen.
Lieben heißt aber auch: Verstehen wollen. Heißt also, genau hinschauen, unterscheiden.
Nicht „alle in einen Sack stecken und draufhauen – wird schon den richtigen treffen".
Lieben heißt: Im anderen immer auch den Menschen sehen.
Nicht nur den Gegner, den Feind.
Lieben heißt nicht zuletzt: Das Gute für alle wollen.
Für alle anderen ebenso wie für mich.

Das ist anstrengend. Nein, manchmal richtig schwer. Kränkungen und Verletzungen, die ich dabei erleide, sind nicht ausgeschlossen.
Gott hat aber auch versprochen, auf jeden Fall da zu sein, mitzugehen. Darauf hoffe und vertraue ich weiterhin. Auch nicht immer leicht… Trotzdem.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen Ihre

Claudia Fischer, Gemeindereferentin