Wochenimpuls

Jesus - meine Herzensangelegenheit!(?)

Foto: Sarah Frank In: pfarrbriefservice.de
Liebe Gemeinde,
wir haben am Aschermittwoch wieder mit der Fastenzeit, mit den 40 Tagen vor Ostern begonnen. Diese Zeit des Heils möchte uns nicht nur helfen, uns auf das Osterfest vorzubereiten, sondern überhaupt, dass wir uns wieder mehr den wesentlichen Dingen des Lebens zuwenden, und vor allem, dass wir uns wieder mehr Gott zuwenden und unser Leben an ihm orientieren.

Im 10. Kapitel des Römerbriefes geht es um das Schicksal Israels: Ist Israel von Gott verworfen? Hat Israel noch eine Chance? Wie ist das mit dem auserwählten Volk? Hat Gott seine Verheißungen zurückgenommen?

Das waren damals bedrängende Fragen. Und Paulus versucht eine Antwort zu geben.
Und zwar mit dem Mittelpunkt des christlichen Glaubensbekenntnisses, mit der Überzeugung: Den, der gekreuzigt wurde, den hat Gott auferweckt. So hat er ihn bestätigt, und er hat ihn erhöht zu seiner Rechten.
Die Botschaft der Auferstehung „Der Gekreuzigte lebt!", das ist die Mitte des christlichen Glaubens. Und um dieses Zentrum unseres Glaubensbekenntnisses geht es im 10. Kapitel des Römerbriefes.

Da sagt Paulus - wie eine Kurzformel des Glaubens - „Wenn du mit deinem Mund bekennst: Jesus ist der Herr! und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt!, dann wirst du gerettet werden."

Glaube ist also ein Geschehen des Herzens. Ein reines Lippenbekenntnis allein nützt überhaupt nichts, sondern das Bekenntnis muss in meinem Herzen verwurzelt sein: Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Der Glaube ist eine Herzensangelegenheit. Nur am Sonntag das Glaubensbekenntnis zu sprechen, und ansonsten hat man im Herzen nichts mehr damit zu tun, das entspricht nicht der christlichen Botschaft.

Genauso jedoch auch auf der anderen Seite: Der Glaube ist nicht nur etwas, was ich innerlich im Herzen habe, sondern es geht auch darum, den Glauben mit dem Mund zu bekennen.

Glaube verlangt unser aktives Tun: Glauben muss man wollen, um glauben zu können muss man sich bemühen, muss man trainieren.

In der Fastenzeit sind wir alle eingeladen, ganz bewusst Zeichen des Glaubens zu setzen, z.B. mit einem Kreuzzeichen den Tag zu beginnen oder zu beenden, zu den Angelusglocken einen Moment innezuhalten und ein kurzes Gebet zu sprechen, sich bewusst mit Glaubensthemen zu beschäftigen, in der Bibel zu lesen.

Paulus erinnert uns, dass wir im Herzen glauben müssen: „Jesus Christus ist der Herr!" Ihm gegenüber bin ich dienstbar, ihm gegenüber bin ich verantwortlich.

Auf dieses Bekenntnis, auf diese Mitte sollten wir uns am Beginn der Fastenzeit und im Verlauf dieser 40 Tage neu besinnen: Ist Jesus der Herr in meinem Leben? Braucht es bei mir vielleicht eine neue Form der Hingabe, wo ich mein Verhältnis zu diesem Jesus wieder neu bestimme, wo der Glaube „Jesus lebt" mir wieder zur Herzensangelegenheit wird?
Und wo ich auch wieder nach außen bekenne: Er ist mein Herr? Kann man das an meinen Worten, an meinen Lebensstil ablesen, dass er der Herr ist, dass er über mich verfügt?

Möge diese Fastenzeit voll Gnade sein.

Joby Kallarakal, Pastor