Wochenimpuls

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de
„Leben Sie, wir kümmern uns um die Details…" - „Geht nicht, gibt`s nicht" - „Ihr Geld kann mehr".

Tagtäglich begegnen uns solche Versprechungen, ohne Sorgen zu leben. Mit der Sehnsucht nach dem erfüllten Leben wird so manches Geschäft gemacht. Und wir glauben, was uns die Werbung verspricht.
Doch wann ist es genug?
Wenn eine bestimmte Geldsumme auf meinem Konto ist?
Wenn ich ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitze?
Wenn ich das größte und schnellste Auto in der Nachbarschaft fahre?
Wenn ich gegen alle Risiken versichert bin?
Dann muss ich mir keine Sorgen mehr machen?

Wenn Jesus in der Bergpredigt den Satz sagt „Macht euch keine Sorgen" heißt das, wir können die Hände in den Schoß legen und abwarten, bis alles gut wird? Ist seine Aussage für uns ein „Rundum-Sorglos-Paket"?

Nein! „Macht euch keine Sorgen" ist eine Aufforderung, eine Einladung, jeden Tag ohne Furcht vor der Zukunft neu zu beginnen. Eine Einladung, jeden Tag das mir Mögliche zu tun, damit das Leben für mich und für andere gelingen kann. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

„Ihr könnt nicht zwei Herren dienen: Gott und dem Mammon." Ich muss mich entscheiden. Entscheide ich mich für den Mammon, dann jage ich immer Dingen hinterher, die schein- bares Glück verheißen. Ich sorge mich darum, dass mein Geld sich vermehrt und denke an andere „wichtige" Dinge. Und immer wird es nicht genug sein.

Entscheide ich mich für Gott, dann entscheide ich mich für das Wesentliche. Dann ent-scheide ich mich für das Vertrauen, dass es auch dann, wenn es schwierig wird, weitergehen wird. Wenn es mal nicht so läuft wie ich es geplant habe, wird es andere Möglichkeiten und Wege geben, die ich mir heute vielleicht noch gar nicht vorstellen kann.

Ich entscheide mich, Gottes Nähe in meinem Leben wahrzunehmen und auf seinen Beistand zu vertrauen, um im Umgang mit anderen diese Nähe spürbar werden zu lassen.

„Macht euch also keine Sorgen… Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht." – das ist kein erhobener Zeigefinger, kein „stell dich nicht so an, es wird schon werden", sondern eine Einladung zu vertrauen.

Ich muss nicht die Welt retten; das hat Jesus längst schon getan. Aber ich kann und muss heute, hier und jetzt, meins dazu tun, so dass Leben in Fülle möglich wird. Wir werden uns auch weiterhin Sorgen machen, das Leben ist eben nicht sorgenfrei!
Aber gebe Gott, dass unsere Sorgen nie so bedrückend sind, dass sie uns alle Lebenskraft nehmen.
Und gebe Gott, dass die Sorgen immer vom Vertrauen begleitet werden, vom Vertrauen auf die Zusage Jesu: Euch wird alles gegeben werden, was ihr zum Leben braucht.

Einen gesegneten Sonntag und eine vertrauensvolle Woche

Herbert Rautenstrauch, Diakon