Wochenimpuls

Mariä Aufnahme in den Himmel

Hans Heindl, Pfarrbriefservice


Am Sonntag nach dem 15. August – dem eigentlichen Festtermin – begehen wir die äußere Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel.
Papst Pius XII. hat am 1. November 1950 die Lehre, dass Maria mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde, als Glaubenssatz verkündet. Er bestätigte damit eine seit langem in der Kirche vorhandene lebendige Glaubensüberzeugung.
Nach zwei schrecklichen Weltkriegen, in denen unzählige Menschen an Leib und Seele zerrissen wurden, war die Herausstellung dieses Glaubensgeheimnisses „ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes“ – wie es im Tagesgebet der Festmesse heißt.
Es hat auch heute nichts von seiner Aktualität verloren. Ob in Zeiten tiefer menschlicher Krisen oder in Zeiten des allen zu wünschenden Friedens macht die Aufnahme Mariens in den Himmel deutlich: unser Leben verläuft nicht nur horizontal. Es hat auch eine vertikale Richtung, die unserem Leben auf dieser Erde erst Sinn und Richtung verleiht.
Das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel erinnert uns daran, was wir angesichts des Lebensstils in unserer Gesellschaft und auch in der Kirche oft ausblenden oder zu vergessen scheinen. Weil wir uns auf diese Weise den Himmel verschlossen haben, suchen wir ihn in einer sehr angestrengten Diesseitigkeit auf Erden vergeblich.
Darum heiß es zurecht: „ Gib, dass wir auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit.“ Himmel und Erde gehören zusammen und müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Nur gerät unser Leben in eine Schieflage, wenn wir das eine wie das andere vergessen. Am Fest werden Heilkräuter und Blumen gesegnet. Auf die Fürsprache der Kirche soll die Heilkraft der Kräuter dem ganzen Menschen zum Heil dienen. Dieses Heil hat Maria in besonderer Weise erfahren.

Mit ihr freuen wir uns im Hochsommer über die Schönheit der Schöpfung und danken für das Geschenk des Lebens und der Erlösung.

Pfarrer
Stephan Jung