Wochenimpuls

Manchmal ist das Leben nicht einfach...

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Manchmal ist das Leben nicht einfach, manchmal wird eine Menge von einem gefordert. Das haben auch die Jünger erfahren: Jesus nachzufolgen ist keine Sache, die sich mal so nebenbei erledigen lässt. Da braucht es alle Kräfte, die einem Menschen zur Verfügung stehen.

Glauben ist keine halbe Sache, Leben ist keine halbe Sache. Es gibt Augenblicke im Leben, da wird man ganz gefordert, da wird alles von einem abverlangt.

Und solche Augenblicke kommen auch gar nicht selten: ein Problem, was gelöst werden muss; eine Erkrankung; ein Schicksalsschlag, mit dem man erst einmal fertig werden muss. Da kann sich die Frage nach dem Sinn des Lebens neu stellen. Und die Frage nach meinem Glauben: Trägt er mich noch? Habe ich noch die Kraft zum Vertrauen?

Jesus hat uns nicht versprochen, dass das Leben und der Glaube immer einfach sein werden. Jesus weiß um die inneren Kämpfe, die in einem Menschen stattfinden können. Er weiß auch um das Scheitern und das Gelingen. Das alles ist ihm nicht fremd, es ist ja seine eigene Lebenserfahrung: „Der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann". (LK 9, 58) In dieser Unruhe, in dieser Heimatlosigkeit ist er mit uns solidarisch.

Wenn auf mich persönlich Dinge zukommen, bei denen ich Angst habe, sie könnten mich überfordern: In solchen Augenblicken darf ich den an meiner Seite wissen, der selbst am eigenen Leib erfahren hat, was es bedeutet, ganz gefordert zu sein.

Letzte Woche war ich im Krankenhaus und besuchte einen Mann, der gerade eine schwere Operation hinter sich hatte. Er hatte Angst vor den nächsten Wochen und Monaten, war voller Unruhe und haderte mit Gott. Zum Schluss unseres Gespräches bot ich ihm an, ihn zu segnen. Wir beteten zusammen das „Vater unser", im Anschluss erteilte ich ihm den Krankensegen. Nach einer Woche traf ich diesen Mann im Krankenhaus wieder und er sagte mir, dass dieses Gebet ihm geholfen habe: Seine Unruhe sei weg und er sei auf dem Weg der Besserung.
Auch für mich war es eine große Freude, ihn so zufrieden und zuversichtlich zu sehen.

Wenn Leben und Glaube auf dem Prüfstand stehen, muss kein Mensch alleine bleiben. Jesus Christus steht an unserer Seite. Jesus nachfolgen heißt, ihn zu entdecken und sich von ihm helfen zu lassen.
Dass Ihnen das gelingt, das wünsche ich Ihnen von Herzen!

Einen gesegneten Sonntag und eine schöne Woche.

Herbert Rautenstrauch, Diakon