Wochenimpuls

„Habt keine Angst"

Foto: Peter Kane, image
„Ich habe Angst!" - ist dieser Satz nicht eigentlich für Kinder? Nein, das ist er nicht. Denn auch Erwachsene können Angst haben.
Natürlich, die Ängste verändern sich. War es in der Kindheit vielleicht die Angst vor dem dunklen Keller oder dem Zahnarzt, so ist es in der Blüte des Lebens vielleicht die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder die Angst um das Wohl der eigenen Kinder. Und welche Angst kann im Alter aufkommen? Die Angst vor der Einsamkeit oder die Angst, dass alles vergeblich war?

„Fürchtet euch nicht!" Diesen Satz hören wir heute mehrmals im Evangelium. Als ob das so einfach wäre! „Fürchtet euch nicht!"
Wenn man der Angst nur so sagen könnte: „Weg mit dir!", und sie wäre dann verschwunden; nicht nur irgendwie weggedrängt, sondern wirklich fort. Ja, wenn das so einfach wäre!
Jesus verharmlost die Ängste nicht, aber er räumt ihnen auch nicht mehr Einfluss ein, als ihnen in Wirklichkeit zusteht.

„Habt keine Angst", sagt Jesus den Jüngern und so sagt er es auch uns. Wir brauchen keine Angst vor Enttäuschungen und auch keine Angst vor der Stimme zu haben, die wir vielleicht in unserem Innern vernehmen und die uns Angst einjagen will. Denn wir alle sind unendlich kostbar vor Gott. Gott hat so sehr auf uns Acht, dass er um jedes einzelne Haar auf unserem Kopf weiß. Er kennt uns besser als wir uns selbst kennen. Er umfasst uns mehr als eine Mutter ihr Kind umfassen kann.

Für die Jünger in der Nachfolge Jesu ging es darum, als Ausgesendete im Dienst der frohen Botschaft die Angst vor Verfolgung zu überwinden. Auch wir - jeder einzelne von Moosfelde über Neheim bis Voßwinkel - sind ausgesendet, um Zeugnis abzulegen von dieser Botschaft, jeder auf seine Weise, so wie Gott ihn dazu befähigt hat.

Diese totale Geborgenheit in den Händen Gottes liegt begründet in unserem Bekenntnis zu Jesus Christus.
Wir können beten: Gott, befreie mich aus der Macht der Angst, und schenke mir die Kraft der Hoffnung und des Vertrauens.

Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.

Ihr Herbert Rautenstrauch, Diakon