Wochenimpuls

Bist DU der, der kommen soll?

Foto: David Hassenforder In: Pfarrbriefservice.de

Johannes ist verwirrt.
Das ist der, für den er den Weg bahnen sollte?
Wegen dieses Mannes ist er in die Wüste gegangen,
hat die Menschen zur Umkehr aufgerufen, sie vor dem Gericht gewarnt?

Dieser Jesus ist so ganz anders als erwartet.
Andauernd heilt er Menschen, sogar Besessene und Aussätzige.
Fordert auf, selbst seine Feinde zu lieben.
Isst mit Sündern.
Ruft einen von diesen verhassten Zöllnern in seine Nachfolge.
Hat überhaupt keine Berührungsängste.
Hat überhaupt keine Sorge, es den Menschen zu leicht zu machen.

Da schickt Johannes lieber seine Jünger los und fragt mal nach.
Schließlich sitzt er hier im Gefängnis, weil er die Gebote Gottes ernst nimmt
und ihre Befolgung im Namen Gottes einfordert – ungeachtet der Konsequenzen.

Wir alle haben unsere Vorstellung von Jesus.
Sind wir bereit, uns und anderen einzugestehen,
dass sie vermutlich nicht die ganze Wahrheit trifft?
Haben wir den Mut des Johannes und stellen uns der Verwirrung, dem Ärger,
der Überforderung, die manches Handeln und Reden Jesu in uns auslöst?

Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt, sagt Jesus.
Er kennt uns Menschen sehr genau.
Er weiß, wie schnell wir dazu neigen,
jemanden für unsere Zwecke und Überzeugungen einzuspannen.
Und dann nur noch das zu hören und zu sehen, was uns ins Konzept passt.

Aber so ist er halt nicht.
Er passt in kein Konzept, in keine Schablone, in kein vorgefertigtes Muster.
Anstrengend.
Und gleichzeitig wunderbar.

 

Wir erwarten Weihnachten - und das endgültige Kommen unseres Gottes.
Ergreifen wir die Chance, die darin liegt, dass wir nicht so ganz genau wissen,
wie ER ist, der da kommen soll. Kommen will.
Bereiten wir uns darauf vor, unser Schubladendenken hinter uns zu lassen.
Und die ganze Fülle des Lebens zu entdecken, die uns in Jesus entgegen kommt.

Einen gesegneten 3. Advent wünscht Ihnen

Ihre Claudia Fischer, Gemeindereferentin