Wochenimpuls

„Ich hol Dir die Sterne vom Himmel"

Foto: Peter Weidemann In: pfarrbriefservice.de
Die Weihnachtsbäume sind längst vom Straßenrand abgeholt, die Christbaumkugeln wieder in die Kartons verpackt und die vielen Lichter aus der Stadt und von den Häusern verschwunden. Die Weihnachtszeit ist vorbei, der Alltag hat uns wieder. Im Evangelium des heutigen Sonntags hören wir „Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Prophet Jesaja gesagt worden ist: … das Volk, das im Dunkeln lebte, hat ein helles Licht gesehen…" (Mt 4, 14.16). Was uns im Advent versprochen wurde, wird Wirklichkeit. Jesus beginnt sein öffentliches Wirken, er wird zum Licht für die Menschen. Doch er ist nicht allein. Er ruft die Jünger damals und uns heute, das Licht des Weihnachtsfestes in unseren Alltag zu tragen.

Der Text „Ich hol Dir die Sterne vom Himmel" von Karin Schwarz lädt uns ein, gerade in unserem täglichen Leben die Menschwerdung Gottes immer wieder spürbar werden zu lassen:

Irgendwann wollten wir alle das einmal für jemanden tun und haben es im Grau des Alltags wieder vergessen. Der Himmel ist hoch, die Sterne sind fern, doch manches Mal ist da jemand, der holt mir einen Stern vom Himmel…

Wenn ich mutlos bin und da ist einer, der sagt: „Du schaffst es!"
Wenn ich einen Fehler mache und da ist einer, der sagt: „Versuch´s noch mal!"
Wenn mein Herz voll Trauer ist und da ist einer, der meine Trauer aushalten kann.
Wenn ich an der Ampel träume und da ist einer, der lächelt statt hupt.
Wenn ich alt bin und da ist einer, der geduldig mit mir ist.
Wenn ich verachte und da ist einer, der mir mit Liebe begegnet.
Wenn ich behindert bin und da ist einer der nicht wegschaut.
Wenn ich im Regen stehe, und da ist einer, der mich unter seinen Schirm nimmt.
Wenn ich verletze und da ist einer, der sagt: „Ich verzeihe dir!"
Wenn meine Augen voll Tränen sind und da ist einer, der mitfühlt.
Wenn ich Kummer habe und da ist einer, der mir zuhört.
Wenn ich unausstehlich bin und da ist einer, der mich trotzdem mag.

Jedes Mal, wenn das geschieht, kommt ein Stückchen Himmel auf unsere Erde, ein Stück vom Stern von Bethlehem. Weihnachten ist dann wieder ganz nah, immer dann, wenn einer sagt: „Ich hol dir die Sterne vom Himmel!"

Ich wünsche uns für das Jahr 2017 viele solcher Sternstunden!

Ihre Susanne Hardes, Gemeindereferentin